Künstler*innen

Thomas Jastram, Christopherus, 2010, Bronze
Thomas Jastram,  Balance-I

Thomas Jastram

lebt und arbeitet in Hamburg
geboren 1959 in Rostock

Die Arbeit Thomas Jastrams entwickelt sich im Schnittpunkt aus der Anschauung der Wirklichkeit, der inneren Vorstellung und aus einem kunsthistorischen Kontext. Dabei spielt die menschliche Figur eine zentrale Rolle. Männlich oder weiblich, stehend, sitzend oder liegend, bekleidet oder unbekleidet, dies alles sind Möglichkeiten, sich den inneren seelischen Zuständen des Menschen künstlerisch zu nähern. Die menschliche Figur ist das zentrale Thema europäischer Kunst. Dieses zum einen durch die Antike, die ihre Fortführung im Christentum durch die Inkarnation, die Menschwerdung Gottes findet.
 Prägend für das Werk des Bildhauers ist im Weiteren die Darstellung von Tieren, insbesondere Pferde in verschiedenen Größen nehmen einen besonderen Raum ein.
Dem Portrait, als einer Königsdisziplin der Bildhauerei, ist ein großer Anteil eingeräumt. Das Portrait, der Einzelfall, findet sich auch in seinen Figuren und insbesondere in den von ihm geschaffenen zahlreichen Denkmalen im öffentlichen Raum.
 Seine Zeichnungen versteht er zunächst als Vorstufe und Studie zu plastischen Arbeiten, nicht selten entwickeln sie sich aber zu eigenständigen künstlerischen Arbeiten.
Die Abstraktion, also allgemeine geometrische Formen, stecken für ihn in der Wirklichkeit, sie müssen also gefunden und nicht erfunden werden. Nur dann transportieren sie das Kunstwerk auf eine Ebene, die ihrer Ausstrahlung oberhalb der bloßen Wiedergabe der Natur zeigen kann.

Thomas Jastram

Weitere Künstler*innen

Gan-Erdene Tsend, Untitled, 2023, 120 x 100 cm, Oil on Canvas
Gan Erdene Tsend, Zwei-Hengste, 2025, 80x60cm, Siebdruck auf Papier

Gan-Erdene Tsend

arbeitet und lebt in Münster, geboren 1979 in Mörön (Mongolei)

Meine Kunst ist immer auch ein Spiegel meiner eigenen Lebenserfahrungen, die ich in meinen Werken in unterschiedlicher Form verarbeite. So hat mich das nomadische Leben, das ich in meinen ersten Lebensjahren inmitten der Natur der Mongolei führte, tief geprägt. Auch die Trennung von meiner Heimat, durch meine Ausreise nach Deutschland, gab mir wichtige Impulse für meine künstlerische Arbeit. 
Die Idee der „Spiegelung" reflektiert genau diese biografische Situation. Als visuelles Mittel entstand sie aus meiner Vorstellung heraus, dass jeder Mensch in sich zwei verschiedene Leben vereint. Ein ideelles, welches in den Gedanken, der Fantasie und der Erinnerung des Menschen stattfindet, und ein dingliches, welches sich in der Realität, im Körperhaften, abspielt. Die Spiegelung ist dabei eine Metapher, mit der ich diese Gedanken der dargestellten Person, seine Träume, Hoffnungen und Sehnsüchte vergegenständliche. 
Auf diese Weise bietet mir die Spiegelung die Möglichkeit, diese beiden Leben, diese innere Gedankenwelt und die äußere Dingwelt, im Bild einander gegenüber zu stellen und sie so aufeinander zu beziehen. Die zwei verschiedenen Realitätsebenen decken durch ihre Gegenüberstellung die Zusammenhänge von Ursache und Wirkung auf. Das, was an sich getrennt ist, kann ich im Bild mittels der Spiegelung wieder vereinen. In ihrer Differenz zwischen dem, was ist, und dem, was war oder sein wird bzw. sein könnte, kommt aber auch immer ein Verlust zum Vorschein. Denn in der „realen Welt" fehlt immer eine Person, die in der gespiegelten Wasserfläche auftaucht. Durch das Unkörperliche des Spiegelbildes wird ihre visionäre Dimension hervorgehoben. 

Gan-Erdene Tsend